Nachrichten
In den Anfängen der Mediengesellschaft gab es nur 3 Programme und man konnte sich auf eine sachliche, objektive, kurze und unparteiische Berichterstattung verlassen.
Heute gibt es unzählige TV-Sender, News-und Nachrichtenmagazine. Die Vielfalt hat sicher auch viel Gutes, aber leider auch eine Menge Negatives.
So werden beim Kampf um Einschaltquoten viele Ereignisse hochgespielt und bis ins Detail ausgeschlachtet.
Für den einen ist dies sehr konkrete Berichtserstattung, für den anderen eine Anleitung zur Kriminalität.
Man erfährt nicht nur, dass Täter X im Ort Y die Tat Z begangen hat, sondern auch welche seiner Fehler zur Festnahme geführt haben.
Andere Sendungen erklären einem sehr genau wie die Polizei, die Gerichte und die Spurensicherung arbeiten und was ein Täter machen muss, damit man ihn überführen kann. So genau erfährt man dies nicht einmal über das Internet.
Und da wundert man sich, dass die Kriminalitätsrate steigt und die Aufklärungsrate sinkt?
Nachfolgend ein Auszug aus einem Interview mit einem Kriminellen:
(einige Stellen sind zensiert, um Trittbrettfahrer und Ersttäter nicht zu motivieren – im Gegensatz zu vielen anderen Medien)
Moderator: Und wie sind sie auf die Idee gekommen?
Täter: Ich war am Ende. Hatte meinen Job verloren, meine Frau hat mich verlassen und ich hing an der Flasche. Als ich mich dazu entschloss Hilfe bei den sozialen Einrichtungen zu suchen, erfuhr ich in XXX (Sender, Sendung und Beitrag zensiert) dass jemand bei XXX (zensiert) Sachen angeboten und die aber nach der Bezahlung einfach nicht geliefert hat. Da der Staatsanwalt in der Sendung genau erklärt hat, warum XXX nicht zu ermitteln sei und auch ein Anwalt der dazu befragt wurde groß und breit sagte was XXX hätte machen müssen, damit man ihn erwischt, wurde ich aufmerksam und verfolgte die Sache weiter.
Nach einigen Tagen und vielen Sendungen später hatte ich dann quasi die genaue Anleitung wie ich es anstellen muss, damit man mich nicht erwischt.
Moderator: Wie lange machen sie das schon?
Täter: Über 2 Jahre. Ab und zu kommen ja in einigen Sendungen immer wieder Berichte über dieses Thema, so dass ich genau weiß, was ich ändern muss, damit das auch so bleibt.
Moderator: Wie viel Geld haben sie schon auf diese Weise erschwindelt?
Täter: Genau weiß ich das nicht, aber es sind so um die 150.000 Euro. Ich spare das ja nicht.
Moderator: Fällt es in Ihrer direkten Umgebung denn nicht auf, dass Sie plötzlich viel Geld haben?
Täter: Klar, aber auch hierfür bekomme ich ja meine Tipps aus dem Fernseher. In der Sendung XXX hat man genau erklärt, wann jemand mit wie viel Geld auffällt, welche Änderung man erkennen kann, usw. In einer anderen Sendung, wo es um Lotto-Gewinner ging, gab man reichlich Tipps wie man sich verhalten und was man sagen soll, damit es nicht so auffällt.
Nachfolgend ein weiter Auszug aus einem anderen Interview:
Moderator: Wofür haben sie Ihre Strafe abgesessen?
Täter: Für schweren Raub. Damals wusste ich ja das alles noch nicht, was mir heute per TV frei Haus geliefert wird. Ich hätte mehr Fernsehen gucken sollen, dann hätten die mich nie gekriegt.
Moderator: Warum glauben Sie das?
Täter: Weil sich die Ermittlungen auf einen einzigen Fehler stützten, den ich gemacht hatte. Nachdem ein Bericht im Fernsehen darüber kam, hat es ein anderer besser gemacht und diesen Fehler nicht begangen. Der ist jetzt auf den Bahamas und genießt das Leben.
Moderator: Meinen Sie Herrn XXX? Der ist aber wieder nach Deutschland zurückgekommen, weil ihn das Heimweh plagte.
Täter: (lacht) Nein, nein, den Depp meine ich nicht. Seine Fehler waren ja noch Schlimmer als meine eigenen. Aber das konnte man ja auch alles im TV sehen und erfahren. Im Knast habe ich sehr viel Fern gesehen und viele Anleitungen erhalten, wie man nicht erwischt wird. Und wie Sie sehen klappt das sehr gut. Ich bin jetzt hier ein angesehener Bürger und habe sogar Freunde in der Politik. Und wenn ich wieder Geld brauche, besorge ich es ...
Das ist sehr erschreckend. In der Tat sehe ich Nachrichten und andere Magazine nun auch etwas kritischer und stelle immer wieder fest, dass sehr viele Ersttäter motiviert werden, was man sicher auch an den Vorfällen zum Thema Amoklauf in Schulen sehen kann.
Schade, dass Redakteure kein Gewissen mehr haben und sich nicht der großen Verantwortung bewusst sind, die Sie gegenüber der Bevölkerung haben.
Man könnte fast schon den Eindruck gewinnen, dass Methode dahinter steckt. Einfach Aufreißerisch und mit Anleitung zum Nachahmen berichten, dann gibt es wieder neue Täter und man kann wieder darüber berichten.
So kann man natürlich auch Einschaltquoten erreichen. Über die geballte und übertrieben häufige und lange Werbung verliert man ohnehin schon viel zu viele Zuschauer, die kann man damit vielleicht wieder einfangen.
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