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Liebeskummer

Wer unter Liebeskummer leidet, befindet sich mit seinem Geist außerhalb unseres Sonnensystems.
Gute Worte, Tipps und Ablenkungen verfehlen bei diesem Menschen ihr Ziel.

Es gibt verschiedene Arten, bzw. Stufen von Liebeskummer, die sich an der vorausgegangenen Liebe orientieren.

Dabei ist:

Stufe 1: Der erste Liebeskummer
Der erste Liebeskummer ist, in dem Moment wenn man ihn erlebt, für einen selbst der schlimmste.
Doch sobald man die Erfahrung erkennt, die man daraus erzielt, stärkt dies die nächste Liebe.

Stufe 2: Der sanfte Liebeskummer
Dieser tritt meist in der Teenagerzeit auf.
Frühe heftige Liebesbeziehungen, die Neugierde auf die Liebe, auf das andere Geschlecht, noch in der Zeit, in der man sich die Hörner abstößt – führen zu dieser Art von Liebeskummer.

Stufe 3: Der normale Liebeskummer
Dieser tritt nach Beenden einer Beziehung auf, in der sich die beiden Partner bereits einige Zeit auseinander gelebt haben.
Einer von beiden beschließt sich vom andern zu trennen und lässt ihn mit Liebeskummer zurück.

Stufe 4: Der heftige Liebeskummer
Dieser stellt sich ein, wenn sich die Trennung noch in der Verliebtheits-Phase ereignet.
Es trifft einen sehr überraschend und raubt einem den Verstand.

Stufe 5: Der große Liebeskummer
Dieser stellt sich ein, wenn man den Partner von jetzt auf gleich verliert.
Dies kann durch einen Unfall geschehen, einen Todesfall, wenn der Partner fremd geht und die Beziehung beendet, ohne dass man zuvor etwas davon geahnt hat. Man selbst schwelgt noch in der Liebe, aber der Partner ist nicht mehr da. Meist verdrängt man dies lange Zeit und verstärkt den späteren Schmerz dadurch nur.

Stufe 6: Der schlimmste Liebeskummer
Dieser tritt ein, wenn man zuvor mind. einige Jahre die große Liebe erlebt hat.
Eine Liebe, die so klar ist wie das Quellwasser, so rein wie das türkisfarbene Wasser der Karibik und so tief wie der Atlantische Ozean.
Man empfindet nach der Trennung immer noch Liebe, keinen Hass, oder andere Gedanken, die einen wieder auf einen neuen Weg bringen könnten.
Man erkennt, dass man seinen Partner verloren hat und weiß, dass man ihn auch nie wieder zurückbekommen wird.
Selbst wenn doch, ist einem klar, dass es nie wieder so werden wird, wie man es zuvor erleben durfte.

Die Symptome sind immer sehr schlimm.

Keine Chance das Vertrauen wieder aufbauen zu können, aber trotzdem immer noch bei jedem Gedanken an den Partner das Herz voller Sanftmut und Liebe.

Der Schmerz zerreißt einem das Herz und kein klarer Gedanke, der sich fassen lassen könnte, kommt auf.

Man fühlt sich immer noch zum Partner hingezogen, doch hält sich fern. Man versucht Abstand zu gewinnen, doch sucht ständig seine Nähe.

Man will nicht mehr mit ihm, doch glaubt auch nicht mehr ohne ihn leben zu können.

Täglich wird der Schmerz größer, häufen sich die Gedanken darüber faule Kompromisse eingehen zu wollen, um den Partner zurückzugewinnen. Alles ist einem gleichgültig und nichts von Interesse.

Die Zukunft hat jede Perspektive verloren und man selbst bei jedem weiteren Gedanken an den Partner, den Boden unter den Füssen.

Man verliert sein Lachen, erkennt immer klarer, dass man den Sinn des Lebens gelebt und verloren hat, macht sich ständig Vorwürfe, ob man selbst nicht dafür verantwortlich ist und träumt – wenn man überhaupt zum schlafen kommt – von der Vergangenheit.

In der Regel dauert der Liebeskummer ca. 50 % der Zeit an, die man in der Beziehung verbracht hat. War man also 4 Jahre zusammen, wird man in der Regel 2 Jahre an Liebeskummer leiden und sein Herz in dieser Zeit nicht für eine neue Partnerschaft öffnen können.

Die einzige Ausnahme bildet da der schlimmste Liebeskummer der Stufe 6. Dieser ist sehr selten und dauert in der Regel bis zum Lebensende an.

Zwischen dem Ende des Liebeskummers und dem Anfang der Zukunft steht nur noch die Zeit. Man muss vergessen und loslassen, um weiterleben zu können.

Man hat herausgefunden, dass der Schmerz, den man bei einem Liebeskummer erträgt, im Gehirn die gleichen Regionen aktiviert, wie es bei körperlichem Schmerz der Fall ist. Und tatsächlich verschafft eine Aspirin etwas Linderung, jedoch keine Heilung. Es gibt keine Pille und auch kein anderes Heilmittel gegen Liebeskummer. Wenn der Körper nach einer gewissen Zeit nicht mehr bereit ist die Schmerzen länger zu ertragen, beginnt der Schmerz endlich langsam nachzulassen. Jedoch die Erinnerung daran bleibt.

Ähnlich wie bei einem Suchtentzug sind die ersten 10 Tage die schlimmsten. Erst danach füllt sich allmählich, ganz langsam das schwarze Loch, in das man gefallen ist, wieder mit Licht.

Daran ändert sich auch nichts, wenn man darüber redet, sich mit Freunden ablenkt, sich mit Hobbys die Zeit vertreibt oder die ganze Zeit verschläft. Es hilft einem die Zeit schneller vergehen zu lassen, aber es nimmt einem kein bisschen der Intensität. Am schlimmsten dabei, sind die eigenen Gedanken. Man will nicht daran denken und doch kann man gar nicht anders. Man will alleine sein, damit man in Ruhe trauern kann, sich seinem Schmerz hingeben, ihn ausleben.

Man durchläuft 5 Phasen.

Phase 1 – Schmerzphase

Der Schmerz sitzt tief, man möchte niemanden sehen, niemanden sprechen, am liebsten möchte man sterben. Alles tut weh, jeder Gedanke verursacht unsagbare Schmerzen, aber die Gedanken lassen sich nicht abstellen. Man hat keinen Hunger, keine Lust auf irgendetwas, möchte sich vor sich selbst verkriechen, kann nicht einmal mehr seine Umgebung ertragen. Man könnte wahnsinnig werden, hat das Gefühl, dass es immer schlimmer wird und nicht enden will. Man bedauert sich selbst, weil man den anderen nicht mehr hat.

Phase 2 – Leidensphase

Der Schmerz hat sich in der Tiefe des Herzens festgesetzt. Man fühlt sich wie durchgekaut und ausgespuckt. Man möchte zwar immer noch niemanden sehen, wehrt sich aber nicht mehr so sehr dagegen. Man lässt einfach alles geschehen, über sich ergehen und nimmt kaum seine Umgebung zur Kenntnis. Die Schmerzschübe werden seltener, kommen aber immer noch sehr heftig.

Phase 3 – Trauerphase

Man fühlt sich wie ausgehöhlt. Immer mehr drängt sich das Leid ins Bewusstsein. Der Schmerz hat die Emotionen völlig vernarbt, der Kopf ist leer und immer noch sind die Erinnerungen schmerzhaft.

Phase 4 – Ruhephase

Man macht nur das Notwendigste, lässt alles laufen, nimmt es aber zur Kenntnis. Man merkt, dass man seine ganze Energie und Kraft verloren hat und fühlt sich wie kurz nach einer schweren Operation.

Phase 5 – Aktivphase

Man rappelt sich langsam wieder auf, geht seinem geregelten Tagesablauf nach und man hat Lust auf Ablenkung. Man spürt die Bereitschaft für Neues, entwickelt Initiative.

Erinnere Dich an diese Gefühle, wenn Du Dich mit jemandem einlässt, der noch in einer Beziehung steckt. Willst Du dessen Partner das wirklich antun?