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Liebe

Was ist das?

Es ist im engeren Sinne die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen Menschen zu empfinden fähig ist, ein mächtiges Gefühl, eine innere Einstellung positiver, inniger, tiefer Verbundenheit, die den reinen Zweck oder Nutzwert einer zwischenmenschlichen Beziehung übersteigt und sich durch Zuwendung zum anderen ausdrückt.

Die Liebe erwacht aus einer anfänglichen Verliebtheit erst, wenn die Hormone den Zugang zum Geist wieder vollständig freigeben, den sie vorübergehend abgeschaltet haben.

Die Verliebtheit sollte jeder genießen, solange sie andauert. Doch sollte man sich auch bewusst sein, dass es irgendwann nachlässt und man beginnt, den Partner realistischer wahrzunehmen. Wenn sich das Interesse am Partner nicht nur auf sexuelle Bedürfnisse beschränkte, bleibt der Partner weiterhin interessant, begehrenswert und die Liebe wächst.

Fast täglich entdeckt man nun an seinem Partner etwas Neues, was einem bisher nicht oder kaum auffiel - sei es eine Eigenschaft, ein Verhalten oder auch nur ein optisches Highlight – es vermittelt einem ein positives Gefühl.

Die Lust auf Sex wird immer mehr durch den Wunsch gemeinsamer Aktivitäten ergänzt. Das Gefühl der Geborgenheit, Harmonie, sich fallen lassen zu können, sich nicht mehr verstellen zu müssen (einen guten Eindruck zu machen), einfach man selbst sein zu können, macht sich breit.

Wie kann man sich die Liebe erhalten?

Leider verfallen wir Menschen all zu leicht in Gewohnheiten. Das Alltägliche wird dann oft nicht mehr in seiner vollen Pracht erkannt, die schönen Dinge des Lebens als selbstverständlich betrachtet. Davor kann man sich kaum schützen. Dabei lässt die Intensität der Liebe nicht nach, sie nimmt nur eine andere Qualität an, eine reifere, tiefere.

Wenn jedoch die Liebe verblasst ...

Wird die Liebe nicht täglich gepflegt, kann sie schnell verblassen. Gewohnheit macht sich breit, alles ist selbstverständlich, auch dass der Partner unsere Launen erträgt. Warum "erlauben" wir uns gerade bei Menschen, die wir lieben, launisch zu sein, ihnen weh zu tun? Warum wollen wir bei Fremden immer einen guten Eindruck machen? Weil uns der Partner ja nicht so einfach verlassen wird? Und wenn er doch mit diesem Gedanken beginnt zu spielen? Dann ist es höchste Eisenbahn, etwas in der Beziehung zu ändern, sofern man sich diese erhalten will.

Anzeichen für verblassende Liebe gibt es genug, wenn man aufmerksam ist, sie sehen will. Verwendet der Partner z. B. immer öfter aus seinem Sprachschatz die persönlichen Fürwörter "ich" und "mein", anstelle von dem bisher gebrauchten "wir" und "unser", ist dies bereits ein Zeichen für emotionale Abgrenzung, ein Punkt, der ein Ausrufezeichen im Kopf platzieren sollte.

Was nun?

Vorwürfe und Hinweise auf diesen Fakt bringen nichts. Bestenfalls verstärkt sich dabei nur noch die entstandene innerliche Distanz. Niemand lässt sich aufgrund logischer Argumentation für seine Gefühle dazu bewegen anders zu empfinden. Das ist auch gut so, denn es würde zeigen, dass dieser Mensch keine eigene Persönlichkeit ist und er keine echten Gefühle hätte, sondern nur eine lebende Marionette ist, die nicht anecken will.

Man muss sich zunächst einmal bewusst machen, dass die Liebe im Sterben liegen könnte. Man sollte für sich analysieren, welches die Ursachen dafür sein könnten. War ich selbst zu wenig aufmerksam gegenüber meinem Partner? Ist auch er mir zu Selbstverständlichkeit geworden? Wieso stellt er mir eine Frage und liefert gleich die Antwort mit? Aha! Ich nutze eingefahrene Gleise! Ich bin für ihn durchschaubar, meist gleich reagierend in bestimmten Situationen, langweilig und uninteressant geworden. Also werde ich ab morgen mal ganz anders reagieren, als er es erwartet!

Und siehe da - es wirkt! Und ich achte auf Kleinigkeiten. Stelle wie früher Blumen auf den Tisch, lege Servietten auf, auch wenn keine Feier ansteht. Vielleicht kommt beim Abendessen und einem Glas Wein ja die Frage auf, was denn los sei. "Ach weißt du, ich dachte so an früher und hatte das Bedürfnis mal wieder mit dir gemeinsam in Erinnerungen zu kramen."

Die Liebe, als auch eine sterbende Liebe, sind so vielfältig, dass es kein Rezept dafür gibt. Zu viele Emotionen spielen bei den Partnern mit. Unangebracht sind auf jeden Fall Vorwürfe und Diskussionen, die im Streit enden. Passiert es doch einmal, gehe nie aus dem Haus, ohne ein liebes Wort. Es könnte das letzte gewesen sein ...