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Wie kommt es, dass immer mehr Menschen rücksichtslos ihr eigenes Ziel verfolgen?

Die Wertschätzung des anderen Menschen spielt nur noch eine unwesentliche Rolle, solange sie dem eigenen Vorteil nicht von Nutzen ist.

Medien und Politik leben es uns vor.
Wurde früher z.B. in Talkshows von unseren Gästen, oder unserer Show gesprochen – was automatisch eine funktionierende Gemeinschaft erkennen ließ – hört man heute nur noch: meine Gäste, willkommen in meiner Show.

Der personifizierte Egoismus wird vorgelebt und färbt unwillkürlich auf die Zuschauer ab.

Eine Gemeinschaft lebt aber nicht im ICH und MEIN, sondern im WIR und UNS!

Betrachtet man einen Teil der Hindergründe, versteht man zwar die Intensionen, muss aber auch erkennen, dass es immer mehr an GEMEINSCHAFT verliert. Viele Sendungen werden nicht mehr von DEM TV-Sender produziert, sondern als fertige Staffel eingekauft. Stefan Raab und Harald Schmid ist wie viele andere nicht nur Moderator einer Sendung, sondern auch gleichzeitig eine Produktionsgesellschaft, die eigene Sendungen produziert und dann an den TV-Sender verkauft.

Dagegen ist auf den ersten Blick nichts zu sagen, jedoch wird damit klar, dass es eben den TV-SENDER, der bisher für uns eine große TV-Familie war nicht mehr existiert. Er ist nur noch die Plattform, welche durch geschicktes Einkaufen von Lizenzen und Produktionen hohe Gewinne generiert. Fernsehen wird nicht mehr des Fernsehens Willen gemacht. Es geht schon lange nicht mehr darum den Zuschauer zu unterhalten, damit durch hohe Einschaltquoten ein kostbarer Werbeplatz als willkommene Einnahmequelle abfällt – nein – heute generiert man teure Einnahmequellen, deren Pausen durch möglichst günstige Unterhaltung gefüllt werden müssen.

In der Politik wird uns vorgelebt, dass ein Wort nichts mehr zählt und auch keinerlei Konsequenzen mehr hat. Will ein Politiker trotzdem nicht öffentlich lügen, verschweigt er einfach die Wahrheit und versteckt sich hinter dem menschlichen Argument eines Versprechens, dass er einzelnen Personen gegeben hat, welche ihm wichtiger sind, als die Gemeinschaft, die er vertreten soll.

Immer häufiger erleben wir Einzelaktionen der Politiker, die sich als Person in den Vordergrund rücken sollen. Geht es schief, geben sie zu, dass sie einen Fehler gemacht haben, verzichten aber keinesfalls auf ihr Amt. Oder sie wählen den Freitod. Oder kassieren aber zumindest eine fette Altersrente, Abfindung, Zusatzgeld, und und und…

Selbst neue Parteien tragen bereits Namen von Personen. Das kann wirklich kein gemeinschaftliches Vertrauen erwecken.

Und wir lassen das alles zu!
Das ist das Schlimmste daran!