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Auf der Suche nach Baluma

Viele Menschen sind ständig auf der Suche nach etwas. Der eine nach seinem Autoschlüssel, ein anderer nach der Liebe und wieder ein anderer nach dem Sinn des Lebens.

Leider merken viele Menschen gar nicht, wenn sie schon fündig geworden sind, weil sie schon so lange und intensiv auf Suchen programmiert sind. Die Suche macht sie quasi blind vor dem Fund!


Ich habe einmal vor einigen Jahren zufällig im Park einen tibetanischen Mönch getroffen. Er setze sich zu mir und erzählte mir neben vielen Lebensweisheiten auch vom Gleichgewicht der Welt. Alle paar hundert Jahre müssen sich ausgewählte Menschen (ich glaube es waren insgesamt 42) an bestimmten Stellen verschiedener Pyramiden zu viert an den Ecken verteilt aufstellen, um das Gleichgewicht der Welt zu erhalten. So ungefähr um es mal in Kurzform zu beschreiben habe ich es verstanden.

Seine Stimme war sehr sanft mir rauem Unterton, seine Augen waren, ja wie soll ich das beschreiben, er hatte sehr interessante Augen. So vertraut und doch irgendwie voller Sorge, aber auch sehr freundlich.

Ich selbst lebte schon nach dem Lebensmotto, dass ich nicht weiß, was ich will, aber genau weiß, was ich nicht will und war zufrieden und mit mir und der Welt im Einklang. Als ich ihm dies zu vermitteln versuchte (er sprach nur gebrochenes, kaum verständliches Englisch) sagte er, dass er dies wüsste, oder spürte.

Als ich ihn fragte, warum er mir das alles erzählte und ob er ein Prediger, oder so was in der Art sei, verabschiedete er sich mit den Worten: Suche (oder gehe) nach Baluma! Als er sicher war, dass ich das Wort Baluma auch richtig verstanden habe, ging er.

Ich saß noch eine Weile im Park und ließ diese Begegnung noch einmal reflektieren. Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr Fragen warfen sich plötzlich auf. Wer oder was war Baluma? Was war das grad für ein Typ? Warum hat er mir das erzählt? Und warum grade MIR? Ich schaute mich um. Naja, viele Leute standen ja nicht grad zur Auswahl, da es nicht allzu warm war (es war Mitte März und noch etwas frisch). Das konnte also Zufall sein.

Warum aber sollte ich Baluma suchen? Normaler Weise, wenn jemand erzählt, dass er Probleme hat und ein anderer die Lösung weiß, sagt er ja: Hey, suche mal Baluma, dann geht es Dir besser, oder dann hilft es Dir bei Deinen Problemen. Aber einfach nur so? Probleme kamen ja in unserem Gespräch auch gar nicht vor. Ich habe sicher auch nicht den Eindruck gemacht, als hätte ich welche oder möchte unbedingt welche haben.

Ordnet man dem Gespräch etwas Mystisches zu, könnte es ja sein, dass der Mönch auf der Suche nach diesen auserwählten Menschen ist, die unsere Welt im Gleichgewicht halten müssen und vielleicht ist es bald wieder soweit und vielleicht komme ich dafür in Frage?! Ja, vielleicht hat er ja gespürt, dass ich etwas besonders bin und Baluma ist der Chefkoordinator dieser Auserwähltentruppe?!

Der Gedanke gefiel mir kurz und gleich darauf musste ich dann über mich selbst lachen. Wahrscheinlich ist das hier versteckte Kamera und gleich hopst Frank Elstner aus dem Gebüsch. Oha, dann hab ich aber nicht sehr unterhaltsam reagiert. Nachdem aber 30 Minuten lang nichts passierte, ging ich kopfschüttelnd heim und amüsierte mich noch ein wenig über das Treffen. Einige Tage später wachte ich morgens auf und erinnerte mich daran, dass ich in der Nacht zuvor von Baluma geträumt hatte. Dabei war Baluma ein alter weiser Mann, ein Ort und die Bezeichnung für das Gleichgewicht der Welt. Kurz um, ich wusste es immer nicht.

Ich spürte, wie sich ein Lächeln auf mein Gesicht zeichnete, weil sich wieder der Gedanke, dass ich ein Auserwählter sein könnte, in meinen Kopf schlich. Naja, auserwählt war ich ja auch. Der Mönch mist, ich hatte ihn nicht mal nach seinem Namen gefragt hat mich ja schließlich im Park aus all den, äh.. drei waren er glaube ich, Personen dort ausgewählt, um mir seine Geschichte zu erzählen. Einer von Drei ist schließlich schon mal was *breitgrins*

Warum passieren mir immer so schräge Sachen? Was soll ich nun tun? Soll ich diesen Baluma suchen? Und wenn ich ihn gefunden habe, was dann? Soll ich ihm sagen: Hey, hallo Herr Baluma, ich bin hier, weil ein Mönch, von dem ich nicht den Namen kenne, nicht einmal weiß, ob er überhaupt ein Mönch ist und den ich nie zuvor gesehen habe in einem Park gesagt hat, dass ich Dich suchen soll. Du weißt dann schon Bescheid?

Iss ja wohl ein Witz. Am Ende ist der Mönch selbst noch der Herr Baluma und will nur sehen, ob ich ihn finden kann. Hmm.. das klingt mir einleuchtend. Es ist vielleicht eine Prüfung und als Belohnung bekomme ich dann eine Kutte, oder irgendwas anderes, wo ich nix mit anfangen kann. Oder vielleicht eine Ausbildung zum Shaolin? Ist das die neue Art, wie man Leute anwirbt? Nee, die werben doch keine Schlaffies an, bzw. wenigstens Leute, die regelmäßig Sport treiben, oder Haare auf dem Kopf haben. Ach ne, Mönche haben ja auch ne Platte. Ui, dann würde ich ja schon eine Voraussetzung erfüllen. Geil, Wusel the Shaolin-Monk *lautlach*

Also konnte es alles und auch nix sein. Trotzdem ließ es mich nicht los. Ich wollte wenigstens mal sehen, was mir das Internet über Herrn Baluma erzählen konnte. Da gab es in der Schweiz in Graubünden einen Teufelsstein, der Crap Baluma heißt. Aha, ein Teufelsstein, sehr mystisch. Darum mehren sich magische Geschichten, die - großzügig ausgelegt - schon so in etwa zu der Story mit dem Gleichgewicht der Welt passen können. Dann gibt es einen Ort namens Baluma in Cambre Santa Maria. Naja, hat mit Tibet nicht viel zu tun, keine Pyramide in der Nähe und ich bin sicher, er meinte Pyramiden und auch viel zu weit weg, als dass der Ausgewählte Sir Wusel da was zu suchen hätte. Es gab hunderte Einträge und keiner konnte mich davon überzeugen, dass es das, oder der Baluma war, welches ich suchte. Oha, da haben wir es schon, ich war bereits auf der Suche. Na, das hat der Mönch ja clever eingefädelt.

Wo war ich? Ach ja, Internet. Ok, trotz der Recherche im Internet erschien mir die Suche doch nicht sehr erfolgreich gewesen zu sein. Kein Ergebnis passte irgendwie auf einen Mönch, mystische Geschichten über das Gleichgewicht der Welt, oder der Suche nach den Auserwählten. Da fällt mir ein, hat er überhaupt gesagt, dass die Auserwählten gesucht werden? Ne, hat er nämlich nicht. Ne, klar, die werden auch nicht gesucht, die FINDEN ja von selber den Baluma. Das sind nämlich schon ganz schön schlaue Leute, die da irgendwie auf/bei/um Blauma die Welt ins Lot bringen. So eine wichtige Aufgabe überlässt man ja schließlich keinen VollzeitNoobs. Ja, da will ich doch net der einzige sein, der da nicht auftaucht. Nachher hüpft da nur wegen mir die Erde aus den Angeln, weil ich zu dämlich war Herrn Baluma zu finden. Das kann ich ja nicht auf mir sitzen lassen. Also suchte ich weiter. Ich trieb mich in mystischen Newsgroups und Chats herum, konnte sogar einmal einen Historiker danach fragen und versuchte jede Art der Übersetzung. Ohne Erfolg. Das gibt s doch nicht. Habe ich etwas übersehen? Würde mir der Mönch das sagen, wenns das garnet gibt? Gute Frage. Warum sollte er mir das überhaupt sagen? Oha, mom, schon wieder am Anfang meiner Gedanken. Vorspulen Stop Aufnahme - Weiter.

Wie lange hatte ich eigentlich Zeit mit der Suche? Wann müssen WIR Auserwählte denn auf unserm Posten sein? Und wie lange müssen wir da stehen? Nicht, dass wir da nachher nicht mehr wegkommen und dort versteinert werden, oder so was. *ganz-mystisch-guck* War etwa Atlas auch so einer von diesen Auserwählten Clerverlies? Der trägt die Erde ja auch im Gleichgewicht. Hey, oder ist, bzw. war er Baluma? *angestrengt-nachdenk* etwas weit hergeholt. *Gedanke-wieder-verwerf* Einige Wochen später kam ich in einem Chat mit jemandem ins Gespräch, der auf den Begriff Baluma etwas merkwürdig reagierte. Er ließ aber nix raus. Er versuchte sich all meinen Fragen zu entziehen, was das ganze für mich noch mystischer erscheinen ließ. Jetzt war ich mir sicher, dass ich auf dem richtigen Weg war. Ich deutet an, dass ich mit dem Mönch gesprochen habe, dass ich weiß worum es geht (also ich habe so getan, als wüsste ich es *verschmitzt-grins*) aber das kaufte er mir nicht ab. Ich bin eben nicht so gut darin. Mit Ehrlichkeit bin ich bisher immer gut gefahren und konnte jetzt wohl auch nicht damit anfangen zu lügen. Wollte ich auch gar nicht. Also sei s drum, habe ich ihm die ganze Story erzählt, wie ich dazu gekommen bin und was passiert ist, und das Gespräch mit dem Mönch.

Er frage nach meiner Emailadresse, oder Telefonnummer. Ich gab ihm beides und fand etwas daneben, dass er sich nicht einmal verabschiedet hat. Also einfach im Gespräch abhauen ist ja nicht nett. Naja, Auserwählte müssen ja nicht nett sein, sie retten schließlich die Welt. Die dürfen alles. Wahrscheinlich war er auch einer davon und darf sich alles erlauben. Nach einigen Wochen ich hatte das alles schon fast vergessen bekam ich einen Anruf. Eine Frauenstimme meldete sich mit ihrem Chatnamen und vergewisserte sich auf Englisch mit spanischem Akzent (klang echt süß), durch Detailfragen aus dem Chat, ob ich auch wirklich die Person sei, mit der sie getickert hatte.

Ui, wie geheimnisvoll. Ist ja fast wie in einem Spionagefilm. Dann gab sie mir eine Adresse und die eindringliche Warnung nur mit Personen meines Vertrauens über Baluma zu sprechen. Aha, das sagt sie mir jetzt, wo ich schon seit Wochen suche und das Internet schon damit überfüttert habe, mit jedem meiner Bekannten und Freunde darüber gesprochen hatte. Aber das so beschloss ich behielt ich lieber für mich. Ja, ja, Auserwählte sind schließlich keine Tratschen *lautlach*

Anstelle einer Antwort auf die Frage, WAS denn nun Baluma eigentlich genau sei, ertönte nur ein Geräusch, dass so ähnlich klang, als würde jemand einfach auflegen. Nein, oder? Sie hat jetzt nicht wirklich einfach aufgelegt, oder? Wir sind sicher unterbrochen worden, schlechte Verbindung, oder sie ist beim Klang meiner Stimme in Ohnmacht gefallen und hat versehendlich das Telefonkabel aus der Wand gerissen. Aber einfach aufgelegt hat sie bestimmt nicht. Nein, nein, Auserwählte muss man doch bei guter Laune halten, die sind wischtisch.. tz.. ich schüttelte nur den Kopf. Tja, nun habe ich eine Adresse irgendwo in London und was noch? Nix!!! Ja glauben die denn, ich fahr jetzt nach London? Obwohl, warum nicht. Ich war zu der Zeit mit einer Schottin verheiratet und wir wollten eh nach Schottland zu ihrer Familie. Da kann man ja mal einen kleinen Abstecher machen. Leigh, meine damalige Frau, hielt allerdings nur sehr wenig von dieser Geschichte und machte sich auch ständig darüber lustig.

Ok, also nahm ich mir vor, bei unserm Urlaub, der 2 Monate später anstand, einen Abstecher nach London zu machen. Ich konnte Leigh überzeugen, dass wir einen Tag früher von Schottland zurückzufahren und einen Tag in London verbringen können. Wir gingen zu der angegebenen Adresse und stellten mit Erstaunen fest, dass es sich um einen GentlemenClub handelte. NO WOMAN PLEASE! Oops das fand Leigh gar nicht witzig. Sie kam sich vor wie ein Hund, den man vor dem Geschäft anleinen musste. Ich muss draußen bleiben sozusagen *grins*

Hola, der Mönch hatte ja echt vornehme Kontakte, das muss der Neid ihm lassen. Jetzt wo wir aber nun schon einmal da waren, wollte ich auch reingehen und endlich wissen, wo und wann das Auserwählten-Meeting stattfindet und was ich damit zu tun habe. Der erste Versuch schlug fehl. Ohne Anzug und Krawatte auch keinen Einlass für mich. Na super. Ich könnte mich ja neben Leigh anleinen und darauf warten, dass Herr Baluma rauskommt. Wenn ich denn wüsste wer das ist und wie er aussieht.

Also erstmal los und einen Anzug kaufen. Ich vermag es nicht mir den Mönch im Anzug vorzustellen, oder wie ist der hier rein gekommen? Oder trifft er sich immer mit allen Leuten im Park? *schmunzel* Bei meinem erneuten Versuch blieb Leigh im Hotel, was ich auch für sehr vernünftig hielt. Aber ich wollte da ja auch nicht übernachten und länger als eine Stunde konnte das meiner Meinung nach nicht dauern. Auf dem Weg zum Club fragte ich mich, was ich da eigentlich mache. Ich glaube doch nicht allen Ernstes die Story von der Welt im Gleichgewicht und dem AuserwähltenClub?! Aber ich fand es interessant. Es war wie ein Abenteuer, es machte Spaß. Je näher ich dem Club kam, desto näher war ich aber auch weiteren Zweifeln. Wer sagt mir denn, dass es keine negativen Erlebnisse für mich bedeuten würde? Ach was, schnell schob ich das wieder beiseite. Ich möchte ja nur wissen wer und was Baluma ist. Was soll daran schon gefährlich sein, wenn es nicht grade ein Mafiaboss ist?

Der Club war einfach gigantisch. Alles mit Holz getäfelt, Leder und ein Geruch von Zigarren und Pfeifentabak hing in der Luft. Alles klassisch altmodisch aber voll gemütlich. Viele Räume wie alte Wohnzimmer mit bequemen alten Möbeln eingerichtet, Kaminfeuer und einen Butler pro Raum. So wie man es aus den alten Filmen kennt, genauso war es da auch. Ich fragte also nach Mr. oder Sir Baluma und nach einigen Nachfragen und Getuschel unter den Angestellten teilte man mir mit, dass er nur dienstags und donnerstags ab 14 Uhr im Club sei. Und welcher Tag war? Freitag! Wäre ja auch sonst viel zu einfach gewesen. *seufz* Also hängten wir noch einige Tage dran und ich beschloss, am folgenden Dienstag wieder zu kommen. Schließlich hatte ich mir extra für 86 Pfund einen Anzug gekauft. Dienstags brachte mich ein Butler dann in einen dieser sau bequemen Räume. In einem dicken mit lederbezogenen Ohrensessel saß ein Mann, der ein wenig Ähnlichkeit mit Sean Connery hatte (Ich lieeebe Sean Connery), und bot mir einen Platz in dem, ebensolchen Ohrensessel an, der ihm gegenüber stand.

Er musterte mich lange, schwenkte genüsslich seinen Brandy und schaute mir dann sehr lange in die Augen. Nach einem langen Zug aus seiner Pfeife ich traute mich bis zu diesem Zeitpunkt nix zu sagen, war zu beeindruckt von all dem hier begann er zu erzählen. Ok, seine Stimme hatte rein gar nichts vonSean Connery und der Charme-Bonus, den ich ihm vorgeschossen hatte, schmolz wieder etwas.

Die Stimme passte ganz und gar nicht zu ihm und fast hätte ich darüber versäumt zuzuhören, was er zu sagen hat. Sinngemäß wiedergegeben habe ich dann folgendes von ihm erfahren: Baluma ist ein Begriff, den er schon sehr lange nicht mehr gehört hat. Früher hat man ihn mit Erfurcht ausgesprochen, heute ist er fast vergessen. *pfft, sehr rätselhaft* Er vergewisserte sich noch einmal eindringlich, ob ich diesen Begriff wirklich von einem Mönch hatte. Ich nickte nur und kam mir vor, als würde ich mich in einem alten Edgar Wallace Film wieder finden. Der Mönch mit der Parkbank, oder so was *lautlach* Er musterte mich noch einmal sehr kritisch, bevor er fortfuhr:

18hundertirgendwas nahm sein Großvater an einer Ausgrabung in Südamerika teil. Die Expedition war auf der Suche nach einem Schatz der Inkas. das waren die wohl alle zu der Zeit. Hatten die eigentlich anderen Hobbys? - Dabei stieß man auf einige Artefakte, die aus der Zeit Montezumas stammten. Darunter war auch eine Figur mit einem Drachenkopf, den die Eingeborenen dort Baluma nannten. Diese Figur wurde jedoch als wertlos eingestuft und dem dortigen Museum überlassen. Mehr kann er auch nicht darüber sagen. Jetzt war ich noch verwirrter und hatte noch mehr Fragen als vorher. Peru? Atzteken? Mexiko? Mayas? Drachen? Götter? Und was hatte das mit dem Mönch zu tun? Und was hatte das mit mir zu tun? Und warum diese Geheimniskrämerei? Und was ist nun mit dem Gleichgewicht der Welt? Und mit meiner Ausbildung zum Auserwählten Sir Wusel-Shaolin-Mönch ? *grins*

Das der Kontakt zu ihm so geheimnisvoll zustande gekommen sei, bedauerte er sehr, aber er ist ein angesehener Anwalt und Mitglied im Unterhaus und muss sich vor allen möglichen Eventualitäten schützen. In der Regel wäre das nicht ganz so schlimm, aber es kommt selten vor, dass ihn ein Ausländer über seine Nichte im Internet kontaktieren will. Da musste er erst einmal davon ausgehen, dass da etwas nicht stimmt. Der Zusatz in seinem Namen, Sir Baluma William Rogers trägt er als Erinnerung an seinen Großvater, der ihm viele Geschichten über den Drachen Baluma, die aber von ihm frei erfunden waren, erzählt hatte. Zum Rest kann er gar nichts sagen. Er kennt weder den Mönch, noch weiß er etwas über das Gleichgewicht der Welt, dass durch die Auserwählten hergestellt oder erhalten werden muss. Ich trank noch etwas mit dem steifen Briten und wir plauderten noch über dies und das, bevor ich mich wieder auf den Weg ins Hotel machte. London. Graue, kühle Stadt. Kein Wunder, dass Robin Hood sich in die schönen grünen Wälder verzogen hat.

Wieder zurück in Deutschland wurden bei einem geselligen Abend mit Freunden alle möglichen Szenarien durchdiskutiert. Angefangen von: Hat London überhaupt etwas damit zutun? über: Ganz klar, die Spur führt nach Mexiko! bin hin zu: also Mönch und London haben nix miteinander zu tun! Es blieb rätselhaft und doch ein wenig spannend. Im Internet war nichts von Montezumas Drachen zu finden. Aber hey, ich bin doch der Auserwählte. Ich kam mir schon vor, wie Eddy Murphy bei der Suche nach dem goldenen Kind. *g* Da, ein Bett ein Tibet *lach* Klar, Tibet, vielleicht liegt da die Lösung?! Musste ich nach Tibet? Nö, also wirklich nicht. Ich flieg nicht nach Tibet, stell mich auf den Marktplatz und rufe: Hey, Ich bin der Auserwählte, zeigt mir, was ich zu tun habe, um die Welt zu retten.

Ich habe schon viel zuviel in die Unterhaltung mit dem Mönch hineininterpretiert. Deshalb setzte ich mich in einer ruhigen Stunde hin und führte mir noch einmal die Fakten vor Augen. Ok, da war ein Fremder Mönch, der aus Tibet kam. Der hat mir vom Gleichgewicht der Welt und den Auserwählten erzählt. Und er hat sich mit den Worten, ich solle nach Baluma gehen/finden, verabschiedet. Der letzte Satz war der einzige Punkt, der sich auf meine Person bezog. Alles vorher war allgemein gehalten und nur eine Beschreibung seiner Weltanschauung. Das muss ja nicht zwingend in einem Zusammenhang stehen. Also muss ich mir doch die Frage stellen, warum soll ich nach Baluma suchen? Wem nutzt das etwas? Mir? Dem Mönch? Der Welt?

Ich beschloss mich noch einmal den ersten Suchergebnissen im Internet zu widmen. Da war doch in der Schweiz der Teufelsfelsen Baluma. Das ist doch ein guter Anhaltspunkt. Und die Schweiz ist auch nicht so weit weg, da kann man prima ein verlängertes Wochenende verbringen. Also fuhr ich in die Schweiz. Herrliches Land, klare Luft, sehr freundliche Menschen und ein sagenhaftes Klima. Die Berge dort waren einfach atemberaubend je höher man kam. Kein Vergleich zu Österreich, wo ich schon öfters war.

Angekommen am Teufelsfelsen, durchfuhr mich ein Gefühl der Genugtuung. Ich hatte etwas gefunden, von dem ich vorher nicht einmal wusste, dass ich es suchte. Toll gemacht, dachte ich mir, Du bist ja ein Held *pruuuust* Hurra, ich habe einen Stein gefunden. *pfft* Als wenn es davon bei uns keinen gäbe. Ok, es war ein recht großer Stein, aber ein Felsen? Naja, ok, ein kleiner Felsen. Der Fels war ziemlich verwittert und sah auch irgendwie gar nicht besonders aus. Auf einer Seite waren allerdings einige Vertiefungen. Eine Art Dreizack. Ah, mir ging ein Licht auf. Dreizack, Teufelsgabel, deshalb wohl auch Teufelsfelsen. Hui, war ich clever.

Die sind sicher nicht von alleine da rein gekommen, da hat jemand nachgeholfen. Und der Teufel war es sicher nicht. Es sei denn, er hatte Langeweile und ist über die Erde gehuscht und hat in alter Zorro-Manier in einigen Felsen seine Signatur hinterlassen. Luzifer was here sozusagen.

Im nahe gelegenen Ort Waltensburg fand sich niemand, der mir etwas mehr über den Teufelsfelsen hätte sagen können. Es gab keine Geschichten, Sagen oder Überlieferungen darüber. Niemand wusste wie die Vertiefungen entstanden sind, wer sie dort hinein gemacht hat und was genau sie bedeuten. Oha, sehr mysteriös. Nun, dann habe ich ja Baluma gefunden, dachte ich und beschloss am nächsten Tag noch einmal aufzusteigen, um die Welt ins Gleichgewicht zu bringen. Neee bin ich blöd. Warum habe ich das nicht schon längst getan, schließlich WAR ich ja schon am Felsen *vor-die-Stirn-hau* Hui, bin ich ein Held, und so clever Ich Depp!!!

Am nächsten Tag machte ich mich nach einem sehr üppigen Frühstück an den Aufstieg. Das Auto konnte ich nicht nehmen, weil die schmale Strasse hinauf wegen Steinschlag noch gesperrt war. Die Warnungen der Pensionswirtin, ich solle lieber bis Nachmittags warten, da schlechtes Wetter aufzog, ignorierte ich, weil ich dachte, dass es ja nur einige Minuten dauern würde. Außerdem macht sich ein Auserwählter Shaolin-Mönch doch nicht vor ein paar Regentropfen ins Hemd. Ich dachte noch einmal über das Zeichen im Fels nach. 3 Zacken und ein Stiel, machen zusammen 4 Punkte. *ein-mathegenie* Aber wo waren die anderen 3 Auserwählten? Oder müssen wir gar nicht zur selben Zeit dort stehen? Spielt die Zeit überhaupt eine Rolle? Spielt überhaupt irgendwas eine Rolle, fragte ich mich, während der Himmel grollte und immer dunkler wurde. Ich schaute zurück den Berg hinab. Na, die paar Meter schaffe ich Locker, falls es zu regnen anfangen sollte. Außerdem ist gleich oben hinter dem Felsen auch noch eine Kirche und ein paar Häuser. Und wieder stellte ich mir die Frage: Hömma, Sir Wusel, was machste hier eigentlich? Naja, ich besichtige einen.. äh.. Stein in der Schweiz? Schulterzuck, warum frage ich mich auch immer so unangenehme Dinge? ..tz..

Es war klar, dass ein Gewitter losbrach, als ich fast in der Mitte der Strecke war. Ich hatte allerdings nur mit Regen gerechnet. Von dicken Hagelklumpen war in meiner Vorstellung keine Rede. Ahaaa.. ich bin ja in den Schweizer Bergen, da könnte das Wetter etwas intensiver sein. Wie clever bemerkt. Ich erinnerte mich aber auch daran, dass die Pensionswirtin davon sprach, dass so ein Unwetter auch genausoschnell wieder verschwunden sei, wie es gekommen ist. Wie beruhigend. Nass bis auf die Knochen und mit einigen Beulen vom Hagel konnte ich in einer kleinen Kapelle, also so ein kleiner Unterstand mit Kreuz (bei uns ging das grad noch als Bushaltestelle durch) Unterschlupf finden. Jetzt saß ich aber ganz schön in der Klemme. Weiter traute ich mich nicht, weil ja die Strasse wegen Steinrutsch gesperrt war und es ja wieder einen Rutsch geben könnte und zurück traute ich mich aus demselben Grund nicht.

Ich checkte meine Ausrüstung wegen Überlebenschancen und so, naja, was heißt Ausrüstung? Ich schaute nach, was ich in den Taschen hatte und wie lange ich damit überleben kann. Aha, Kaugummi, ist ja schon mal was. Ne, doch net, der ist ja schon mindestens ein Jahr alt. Autoschlüssel, Brieftasche, Ausweise, Taschentücher. Tja, ich reise gerne mit leichtem Gepäck. McGyver ist ein blutiger Anfänger dagegen. Die Tempos würden nicht mal reichen, um einen Hamster für die Nachtruhe zu betten, und da sie sich auch schlecht als Material für eine weiße Flagge machten, putze ich mir damit die Nase.

Kein Wunder, dass bei dem Wetter die drei anderen Auserwählten nicht aufgetaucht sind. Tatsächlich hörte das Unwetter schlagartig nach 2 Stunden wieder auf und ich ging weiter zu Baluma. Tja, aber wo stelle ich mich genau hin? Was muss ich tun? Soll ich etwas sagen? Sowas wie: Servus, Du Welt, ganz ruhig und nur nicht das Gleichgewicht verlieren!? Ich kam mir etwas deplaziert und dämlich vor. Das schien mir alles zu absurd. Vielleicht ist der Baluma auch gar nicht der Punkt, an dem sich die Auserwählten aufstellen müssen, sondern nur ein Wegpunkt, eine Art Karte, die den Weg weist? Dann müsste ich nach einer Bergformation in Form eines Dreizacks suchen, oder eine Pyramide.. äh.. ja, ne, is klar, ne Pyramide hier in der Schweiz. Und Bergformation in solchen Formen gab es hier auch nicht. Naja, ich hatte es aber wenigstens versucht. Ich machte noch zwei Tage Urlaub dort und fuhr dann wieder heim.

Zurück aus der Schweiz nahm ich mir vor das Unternehmen Baluma einzustellen. Es hatte viel Spaß gemacht, ich habe neue Leute kennen gelernt und es hatte auch einen Hauch von Abenteuer. Letzter Grund war sicher maßgeblich dafür, dass ich überhaupt soweit gegangen bin. (tz, wie das wieder klingt, als hätte ich da was Großes vollbracht.. kopfschüttel) Aber ich musste einsehen, dass ich eine Geisel meiner, sicher auch durch viele Filme beeinflusste, Phantasie gewesen war. Im Leben geht es eben nicht so zu, wie in einem, mit Drehbuch und gut durchdachter Handlung, sowie Plausibilitätsprüfung, erstellen Film. Das Leben schreibt sein eigenes Drehbuch und die Plausibilitätsprüfung bleibt meist auf der Strecke.

Trotzdem war ich für einige Zeit ein Auserwählter wenn auch nur in meiner Vorstellung und hatte im Prinzip viel Spaß und viele neue Erfahrungen gemacht. Ich musste immer wieder schmunzeln, wenn ich darüber nachdachte. Außerdem bestand ja auch kein zwingender Grund für mich Baluma zu finden. Es war weder eine Medizin gegen eine seltene, todbringende Krankheit, noch ein Schatz, oder eine Fee, die drei Wünsche erfüllte. Ähm, wer sagt denn, dass es NICHT so ist? Mist, manchmal würde ich meine Gedanken am liebsten einfach mit einem Schalter abschalten können.

Aber auch WENN es so sein sollte, MUSS ich das denn haben? Medizin brauche ich nicht, Geld bedeutet mir nichts und Wünsche erfülle ich mir selber. Puh, grade noch mal die Kurve bekommen. Einige Zeit später meldete sich meine Freundin Beate, die etwas okultistisch angehaucht ist und mit der ich nur sporadischen, aber dafür sehr intensiven Kontakt hatte. Also, äh, ich meine, also Gedanklich, bzw. na,, wie soll ich sagen, wir waren nicht immer der gleichen Meinung, aber ich verstand, was sie meinte und wir diskutieren sehr intensiv, WENN wir mal Kontakt hatten. Oft hatten wir über verschiedene Mythen und die Palmblattbibliothek gesprochen und viele, wenn auch ziemlich utopische Theorien aufgestellt.
Ich hätte einfach den Schnabel halten sollen. Kaum hatte ich ihr von dem Mönch erzählt, ist sie sofort darauf angesprungen. Oje, jetzt war klar, dass sie mir solange ihre Theorien dazu aufzählt, bis ich auch wieder darauf anspringe. Nicht etwa, dass es nicht interessant gewesen wäre, oder die Hypothesen zu abwegig gewesen wären im Gegenteil aber ich hatte ja das Projekt Baluma ja eigentlich aufgegeben.

Beate war in ihrem Element und die Vorstellung, dass ausgerechnet 42 Auserwählte die Welt im Gleichgewicht halten, entzückte sie. Ja, ja, im Buch per Anhalter durch die Galaxie war die Antwort auf die Fragen aller Fragen schließlich auch 42!!!

NEIIIINNNNN.. ich werde NICHT ich wieder hole: Ich werde NICHT durch die Galaxie reisen, um Baluma zu finden! Auch nicht für einen pangalaktischen Donnergurgler (ich lieeeebe diesen Spruch:), bei dem man sich fühlt, als würde einem ein in zwei Zitronenscheiben gehüllter Goldbarren durchs Hirn schiessen (oder so ähnlich). Außerdem hat ja nicht der Mönch, sondern Douglas Adams das Buch geschrieben. Und der kam weder aus Tibet, noch war er Mönch oder hatte in seinem Büchern Baluma erwähnt. Zugegeben, das war schon ein merkwürdiger Zufall mit der 42, aber wiederum auch nicht soooooooooo bedeutend.

Die 42 kommt im Leben schliesslich oft vor. Die 42 Geschworenen, die 42 Gebote, die 42 Jahreszeiten, Schnewittchen und die 42 ..äh.. ne, das wär zuviel für das arme Schnewittlein *g* Zahlenspiele haben in Verbindung mit Mystik, oder Okkultismus noch selten bei mir einen Ohhaaaaa- Effekt ausgelöst.
Und in der Mathematik ist Baluma sicher nicht zu finden. Ich habe zumindest noch nie etwas vom Satz des Balumas oder Balum schen Gesetz oder einer Balum schen Gleichung gehört. Nenne mir die Balum sche Zahl bis 14 Stellen hinterm Komma: 42,000000000000000000000000 gut, wah? Sowas können nur Shaolin-Auserwählte, jawolli.

Beate war so fasziniert von meiner, ja, fast war es ja schon eine Pilgerfahrt, wenn auch ohne bestimmtest Ziel, dass sie sich in Kürze wieder melden wollte. Na, warum auch nicht. Vielleicht bringen mich ihre Gedanken weiter. Hey, was heißt hier weiter, ich war doch bereit es dabei zu belassen. Naja, was soll s, es kann ja nicht schaden. Und wer weiß, vielleicht findet man in 500 Jahren bei einer Ausgrabung ein Dokument neben meinen verwesten Resten, welches meine Suche wiedergibt. Und dann stehen die Archäologen dann um den Fund herum und lachen: Haha, da gab es früher schon so einen Depp, der das nicht gefunden hat! Sir Wusel von der hohen Socke, was für ein Shaolin unter den Deppen.
Pfft, sollen sie doch. In meiner Welt bin ich im Moment der Held, solange ich den Zeitpunkt nicht verpasse der Welt wieder ein Gleichgewicht zu geben. Schaff ich es nicht, weiß ja niemand etwas davon . außer vielleicht den tausenden von Leuten im Internet, die meine Anfragen in Foren und Chats gelesen hatten, meinem Bekannten- und Freundeskreis oha oooohaaaaaa . Au weia .

Das kann ich nicht einfach so stehen lassen. Jetzt geht es um die Ehre!! HA!

Wie versprochen, meldete sich Beate nach einiger Zeit wieder. Sie überschüttet mich mit Hypothesen und ich erspare mir lieber, diese alle hier aufzuzählen. Nur eine davon klang nicht so sinnfrei wie die anderen: Es könnte sich um die Bezeichnung einer Gruppierung handeln, die sich um das Gleichgewicht der Welt kümmerte. So eine Art Tempelritter, oder so etwas in der Art. Kaum hatte ich den Gedanken in mir aufgenommen, wurde mir bewusst, dass ich wohl nach Tibet musste, um diese Theorie bestätigen zu können. Diesen Gedanken legte ich aber erst einmal beiseite. Also bei aller Abenteuerlust, aber Tibet? Wenn es Ägypten gewesen wäre, ja, vielleicht, aber Tibet? Was kann man denn in Tibet machen? Gibt es da schon Strom? *g* Ok, Spässle gmacht. Tibet ist sicher interessant wen s interessiert . Man muss ja nicht alles gesehen haben.

Bei einem Bummel durch die Stadt, mit den Gedanken ganz weit weg und mal nicht bei Baluma *g*, entdeckte ich ein Plakat, auf dem zu lesen war, dass im Kulturzentrum am folgenden Samstag, der Film 7 Jahre in Tibet und danach tibetanische Kultur besprochen werden wird. Na, wenn das nichts genau das Richtige für mich war, um mich zu informieren. Anstatt nach Tibet zu fliegen, nerve ich einfach die Dozenten dort ein wenig. Hätte ich gleich am Anfang mal ein bissi mehr nachgedacht, hätte ich auch mal in der Uni fragen können, ob jemand etwas darüber weiß. Studenten sind mitunter nämlich ganz schön schlau.

Im Kulturzentrum war der Andrang nicht besonders groß, was mir die Hoffnung gab, dass ich dort vielleicht meine Antworten finden würde ohne den Ablauf hier groß zu stören oder zu unterbrechen. Ich setze mich und Ne, oder? Ich traute meinen Augen nicht. Auf der Dozentenbank saß der Mönch aus dem Park!! Da saß er. Einfach so. Einige Meter von mir entfernt. Ich fass es nicht.
Nachdem ich mich gefangen hatte, ging ich auf ihn zu und sprach ihn an. Ich erzählte ihm und den beiden anderen interessiert zuhörenden Dozenten meine Geschichte, die ich aufgrund meines Gesprächs mit ihm erlebt hatte.

Als ich fertig war, brachen die beiden Dozenten in lautes Lachen aus. Der Mönch schmunzelte nur und grinste über das ganze Gesicht. Einer der Dozenten und der Mönch unterhielten sich noch in einer mir unbekannten Sprache (tibetanisch, vermute ich mal) und wendeten sich mir dann zu.
Achtung, jetzt kommts: Der Mönch ist zu Besuch hier. Quasi auf Studienreise.

Das sich der Mönch sich zu mir auf die Parkbank gesetzt hat, war wirklich ein Zufall. Er wollte hier eben Land und Leute kennen lernen und machte das wohl öfter. Das er Lebensweisheiten von sich gibt, macht er immer, egal, wem er begegnet. Als ich ihm erzählt hatte, dass ich mich mit mir und der Welt im Einklang befinde, fand er das so bemerkenswert, dass er mir von der Geschichte mit den Auserwählten erzählte, um mir die Bedeutung des Gleichgewichtes vor Augen zu führen. Damit wollte er mir quasi aufzeigen, wie wichtig und wie gut es ist, wenn sich etwas im Gleichgewicht befindet. Und zum Schluss wollte er mir nur als guten Ratschlag mit auf den Weg geben, dass ich den Zustand des Gleichgewichtes, den ich erreicht habe, auf jeden Fall beibehalten sollte. Er wollte sich also nicht vergewissern, dass ich das Wort Baluma richtig verstand, sondern, dass ich seine Wünsche für mich richtig verstanden hatte.

Baluma entstand übrigens in meinem Ohr aus dem Wort Balance und einem tibetanischen Wort, dass ich vergessen habe, aber das gleiche bedeutet und er vermischt hatte. So wie heute englische Worte eingedeutscht werden, hatte er ein tibetanisches Wort einge-englischt (kann man das so sagen?) Und so haben seine guten Wünsche für mich zu einer Suche nach Baluma geführt. Manchmal sollte man eben mit dem Herzen zuhören. Aber ich war wohl zu sehr mit mir selbst beschäftigt.

Abgesehen von all dem, habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass man manchmal nach Dingen sucht, von denen man keine Ahnung hat. Man hat zwar eine Vorstellung davon, weiß aber weder genau was es ist, ob es sich für einen selbst eignet, oder ob man es schon kennt, oder besitzt. Im Gegensatz dazu findet man viele Dinge im Leben, die man vor lauter Suche völlig übersieht.

Auf Liebe und Glück bezogen, bedeutet das:
Die Liebe zu suchen, um das Glück zu finden, ist eine endlose Suche!

Das Glück zu haben die Liebe zu finden, erkennt man erst, wenn man aufgehört zu suchen. Und manchmal merkt man viel zu spät, dass man die Liebe nicht erkannte, als sie einen bereits gefunden hat - und sie für sich selbst nicht zulässt, weil man zu sehr mit der Suche beschäftigt ist und einen dann wieder verlässt und man sich nicht einmal die Chance gegeben hatte sie zu fühlen. Manchmal dauert die LIEBE nur einen winzigen Augenblick, manchmal ein ganzes Leben lang. Die Suche danach dauert immer zu lang. Sie zu erleben, immer zu kurz.

Vielleicht sollte man sie einfach nur genießen, solange sie andauert und sich daran erfreuen.

Sir Wusel von der hohen Socke, auserwählter Shaolin-Mönch unter 42 Deppen!

ENDE